Flächennaturdenkmale

Feuchtgebiet Luppa

Das Feuchtgebiet bei Luppa ist ein artenreiches Kleinod inmitten der Agrarlandschaft und wurde mit seinem strukturreichen Mosaik verschiedener Biotopen 1988 als Flächennaturdenkmal „Feuchtgebiet Luppa“ unter Schutz gestellt. Es hat neben seiner herausragenden Funktion als Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen auch eine wesentliche Bedeutung für den Biotopverbund. Das Areal befindet sich ca. 200 m östlich des Ortes Luppa in der Gemarkung Deutschluppa.
Nördlich wird das Gebiet von Acker und von der ehemaligen Kiesgrube Luppa, heute Naherholungsgebiet, sowie nordöstlich von der Halde der früheren Kiesgrube begrenzt. Südlich bildet der Bachlauf der Luppa eine natürliche Begrenzung zum anschließenden Grünland.
Das Flächennaturdenkmal ist gekennzeichnet durch seggen-, binsen oder rohrglanzgrasreiche Nasswiesen unterschiedlicher Artenzusammensetzung, Hangquellmoor, Feuchtwiese, Erlensumpfwald mit Röhricht und Simsen. Besonders hervorzuheben ist das Vorkommen des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis), außerdem finden sich u.a. Bachnelkenwurz, Sumpfblutauge, Körnchensteinbrech, Mädesüß.
Ergänzend bereichern mehrere Kleingewässer das Gebiet, angefangen vom Wiesenweiher im südwestlichen Randbereich, dem Zschornteich innerhalb des Erlensumpfwaldes, dem oberen und unteren Moorweiher etwa in der Mitte des Areals, bis hin zum Inselteich, der mit seiner Röhrichtinsel den südöstlichen Randbereich des FND prägt. Schließlich ist das Gebiet mit Stichgräben durchzogen und wird im Zentrum von umfangreichen Weidengebüschen beherrscht.
Vermutlich hat sich im Uferrandbereich des Inselteiches ein Biber angesiedelt, seine Spuren kann man bis hin zu den Moorweihern, über angestaute Gräben innerhalb des FND, über Fraßspuren an den Gehölzen bis hin zur Luppa verfolgen. Eine weitere Vielzahl von Kleintieren bewohnen das Areal, avifaunistisch sind u.a. Braunkehlchen, Beutelmeise, Wiesenpieper, Nachtigall, herpetofaunistisch u.a. Ringelnatter, Erdkröte, Grasfrosch zu nennen (Gebietsbetreuer 21.2.2017)

Die Beschreibung des Gebietes lässt auf äußerst schwierige Bodenverhältnisse im Hinblick auf die notwendige Durchführung von Biotoppflegemaßnahmen schließen. Bis 2008 erfolgte eine fachlich abgestimmte dauerhafte Pflege des FND unter Koordinierung des LPV. Mit Umstrukturierung des Fördersystems und Wegfall der Naturschutzrichtlinie konnte anschließend eine kontinuierliche Pflege nicht mehr ausreichend umgesetzt werden. Durch die nun seit mehreren Jahren aufgelassene Pflege ist eine zunehmende Verbuschung und Ausbreitung der Gehölzstrukturen zu verzeichnen. Der Bestand des Breitblättrigen Knabenkrautes ist stark gefährdet, ebenso die Lebensraumqualität für eine Vielzahl weiterer Arten.
Vorerst wurde mit der Biotopsanierungsmahd einschließlich Beräumung im Sommer 2018 und mit einer Folgemahd 2020 das Flächennaturdenkmal offen gehalten. Angestrebt wird jedoch eine dauerhafte, jährliche Pflege möglichst ab 2021.
Darüber hinaus zeigt sich nach Ausführung der Biotopsanierung, dass weitere Maßnahmen zum Erhalt der kleinen Moorweiher als Habitat und zur Zurückdrängung der sich ausdehnenden Gehölzstrukturen, insbesondere der Grauweide dringend notwendig sind.

 

Dokumentation Pflege 2020

 

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Nord-östliche Teilfläche (0,72 ha)

 

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südliche Teilfläche (0,25 ha)

 

 

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Moorweiher

 

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