Winterzeit - Zeit für Heckenpflege in der Landschaft

Hecken zählen zu den traditionellen Landschaftselementen der bäuerlichen Kulturlandschaft. Sie gliedern diese und bereichern sie optisch. Sie bieten den landwirtschaftlichen Nutzflächen Schutz vor Wind und Erosion und wirken sich positiv auf das regionale Kleinklima sowie auf den Wasserhaushalt aus.

Aus ökologischer Sicht stellen Hecken wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten dar. Sie sind Rückzugsraum und Winterquartier für kleinere Säugetiere, Reptilien und Amphibien sowie Lebensraum und Nahrungshabitat für Insekten, die an den Blüten der Sträucher Pollen und Nektar finden. Verschiedenen Singvögeln bieten sie einen geeigneten Brut- und Nahrungsplatz. Vögel verzehren auch noch im Winter die Früchte der Sträucher. Die Gehölzstrukturen bieten zudem Schutz vor Beutegreifer. Hohe, alles überragende Bäume, z.B. Eichen oder Pappeln, werden von den Greifvögeln gern als Sitzwarte genutzt.
Hecken vernetzen naturnahe Lebensräume in der Landschaft und bieten sich als Verbindungswege für Wildtiere an. Sie sind die wichtigsten tragenden Landschaftselemente im Biotopverbund. Der jahreszeitlich wechselnde bunte Anblick prägt das Landschaftsbild.

 

Warum Heckenpflege?
In früheren Zeiten diente die Hecke unter anderem zur Brennholzgewinnung. Deshalb wurden die Gehölze von Zeit zu Zeit auf den Stock gesetzt. Das begünstigte ein erneutes dichteres Austreiben und schaffte somit die Voraussetzung für eine langlebige, vitale Hecke mit ihren zahlreichen biologischen und ökologischen Funktionen.
Diese Art der Nutzung ging in den vergangenen Jahrzehnten aus den verschiedensten Gründen verloren. Viele Hecken sind deshalb inzwischen stark überaltert, artenarm und weit in die Ackerflur ausladend. Eine fachgerechte Pflege wäre dringend nötig.

 

Was heißt „fachgerechte Pflege“?!
Heckenpflege ist eigentlich nicht schwierig, dennoch sollten einige Grundprinzipien unbedingt beachtet werden.
Die Pflegemaßnahme nur während der Vegetationsruhe in den Monaten Oktober bis Februar durchführen. Im jeweiligen Jahr nur 1/3 der Hecke, in ausgewogenen kleinen Abschnitten eingeteilt, pflegen. Hierbei wird die Hecke im Pflegebereich „auf den Stock“ gesetzt. Sträucher werden sauber eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten, damit ein kräftiger Neuaustrieb erfolgen kann. Je nach Zustand der Hecke reicht auch ein „Auslichten“ der Strauchschicht aus.
Kurze, abschnittsweise Pflegeeingriffe deshalb, damit den heckenbewohnenden Lebewesen Ausweichgebiete zur Verfügung stehen. Bei der Bearbeitung muss die Differenziertheit der Heckenstruktur und das Wachstumsverhalten der unterschiedlichen Gehölzarten beachtet werden. Markante alte Bäume, Höhlenbäume und Totholz werden im Heckenbereich belassen. Lesesteinhaufen und kleinere Aufschichtungen von Schnittmaterial bereichern diesen Lebensraum.
Die Pflegeintervalle sollten alle 5 bis 10 Jahre stattfinden.
Das Schnittgut wird entfernt und kann zur Anlage einer sogenannten Benjeshecke verwendet werden.
Nur mit einer solchen regelmäßigen Pflege können Hecken langfristig ihre Funktion erfüllen. Fehlende bzw. zu häufige und zu intensive Pflegeeingriffe beeinträchtigen dagegen den Strukturreichtum.


Für die Maßnahmen der fachgerechten Pflege gibt es im Freistaat Sachsen eine finanzielle Unterstützung im Rahmen der Richtlinie Natürliches Erbe/2014.

Für Informationen und Beratung zur Heckenpflege steht allen Interessierten der Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz e.V. gern zur Verfügung.

 

Foto: Artikel Torgauer Zeitung